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Aufnahmepraxis Seite 1 2

Die richtige Aussteuerung beginnt schon bei der Mikrofonhandhabung. Bis auf einige wenige Ausnahmen gilt: Immer so nahe wie möglich an die Tonquelle herangehen! Bei Interviews sollte der Abstand zwischen Mund der/des Interviewten und Mikrofon etwa 10 bis 25 cm betragen, bei starken Umgebungsgeräuschen (z. B. Interview im fahrenden Auto oder Zug) kann der Abstand auch geringer sein.

Aussteuerungsregeln:
• Alles so laut wie möglich aufnehmen!
• Nicht Übersteuern!

Aufnahmen die "zu laut" also übersteuert aufgenommen sind klingen verzerrt, "schmutzig" und vielleicht sogar knackend. Bei digitalen Aufnahmen können schon leichte Übersteuerungen zu deutlich hörbaren Verzerrungen führen.

Portable MiniDisc-Rekorder für den Consumer-Bereich bieten je nach Gerätetyp entweder manuelle und/oder automatische Aussteuerung der Aufnahmelautstärke. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Bei der Kaufentscheidung für das eine oder andere Aufnahmegerät könnte die Art der Aussteuerung ein wichtiges Kriterium sein.

Automatische Aussteuerung sorgt dafür, dass alles "schön laut" aufgenommen wird. Das funktioniert in vielen Situationen recht gut, zum Beispiel bei Interviews in ruhigen Räum, wenn keine großen Sprechpausen gemacht werden oder wenn einheitlich laute Atmosphären oder Geräusche aufgenommen werden.

In manchen Situationen allerdings ist die automatische Aussteuerung überfordert und liefert keine optimalen Aufnahmeergebnisse (denn sie weiß ja nicht, worauf es ankommt). Wenn etwa Interviews in lauter Umgebung gemacht werden, kann die automatische Aussteuerung während Sprechpausen die Umgebungsgeräusche unangenehm laut machen (das wird als "Pumpen" bezeichnet).

Tonbeispiele: Aufnahme mit automatischer Aussteuerung - Pumpen
Pumpe 1
Pumpe 2

Und wenn spezielle (z. B. impulsförmige) Geräusche aufgenommen werden sollen, wie etwa das Zuschlagen einer Türe, können die Aufnahmen trotz automatischer Aufnahmeaussteuerung verzerrt klingen.

Manuelle Aussteuerung erfordert größere Aufmerksamkeit während der Aufnahme. Für Menschen, die noch wenig Erfahrung im Aufnehmen haben, ist das vielleicht ein Nachteil. Manuelle Aussteuerung bedeutet ja, dass IMMER auf die Aufnahmelautstärke geachtet werden muss, wird das vergessen, können mitunter ganze Interviewaufnahmen unbrauchbar sein, weil zum Beispiel häufig übersteuert wurde. Allerdings lassen sich, das richtige Know-how vorausgesetzt, auch solche Situationen meistern, in denen eine Aussteuerungsautomatik vielleicht nur mäßig gute Ergebnisse liefern würde (wie oben).

An manchen MiniDisc-Rekordern lässt sich die Empfindlichkeit des Mikrofoneinganges einstellen. Wird ein Kondensator-Mikrofon verwendet, werden die Aufnahmen meist besser wenn jene Einstellung gewählt wird, bei der der Mikrofoneingang weniger empfindlich ist.

Auch mit dem Mikrofonabstand kann man aussteuern: Spricht die interviewte Person plötzlich lauter, - den Abstand um einige Zentimeter vergrößern, spricht die Person plötzlich viel leiser, - den Abstand verringern.

Aussteuerungsinstrumente
Sie helfen bei der Einstellung des richtigen Aufnahmepegels (Rekord-Level), vor allem bei manueller Aussteuerung sollten sie beachtet werden.

Sie helfen bei der Einstellung des richtigen Aufnahmepegels (Rekord-Level), vor allem bei manueller Aussteuerung sollten sie beachtet werden.

Aussteuerungsanzeige Digital

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