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Journalismus
Radiotechnik

Recherche  

Recherchieren gehört zu den wichtigsten journalistischen Tätigkeiten, auch für Radio-JournalistInnen. Das französische Zeitwort "rechercher" bedeutet "nachforschen, untersuchen". Bei der Recherche geht es um die journalistische Beschaffung, Überprüfung und Absicherung von Informationen zu einem Thema, dessen Veröffentlichung (Sendung) in einem Medium vorgesehen ist. Ohne das Verfahren der Recherche würden diese Informationen nicht preisgegeben oder publik werden. Ziel der Recherche ist die möglichst lückenlose Aufhellung von Fakten und Hintergünden eines Sachverhalts bzw. Ereignisses.

Um sich diesem Ziel zu nähern, sollte sich die recherchierende Person zunächst von der Frage leiten lassen:

Ist die Story, die ich zur Darstellung bzw. Veröffentlichung bringen möchte, überhaupt wert, behandelt zu werden? Wenn ja, dann ist die zweite entscheidende Recherchefrage zu stellen:
Habe ich alle Informationsquellen erschöpft, welche fehlen noch?"
(Wenn sich im Zuge einer Recherche eine Geschichte als "Seifenblase" erweist, wenn die Infos zu dünn sind und nichts hergeben, dann sollte das Thema wieder fallen gelassen werden.)

Für alle JournalistInnen, die regelmäßig Recherchen betreiben, sind persönliche Kontakte sehr nützlich. Ein dichtes Netz an InformantInnen ist bei der Recherche aber durch nichts zu ersetzen. Die Kontakte zu Personen, deren Mitteilungen und Informationen richtig und verlässlich sind, die man schnell einmal anrufen und etwas fragen kann, sind zu pflegen und zu vermehren.

Einer der wichtigsten Grundsätze bei der Recherche lautet: Immer auch die andere Seite hören! Informationen und Behauptungen müssen durch Rückfragen bei der jeweils anderen Seite überprüft werden. Das ist nicht nur fair, sondern manchmal auch spannender. Vor allem bei konflikthaften Themen können sich die HörerInnen selbst ein Urteil bilden, wenn ihnen kontroversielle Meinungen präsentiert werden. Das Gebot, auch die Position der jeweils anderen Seite darzustellen, gilt insbesondere für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die per Gesetz zu Objektivität und Ausgewogenheit verpflichtet sind. Mitunter kann das Geschäft mit Informationen auch recht heikel sein. Wenn eine Journalistin vertrauliche Informationen erhält oder wenn ein Informant nicht genannt werden möchte, dann ist auf alle Fälle absolute Diskretion angesagt. Für diesen Bereich gelten außerdem die Bestimmungen des Medienrechts über den Schutz des Redaktionsgeheimnisses.

Bei Behörden, Institutionen und sonstigen offiziellen Stellen ist es manchmal eher mühsam, beim Recherchieren an die richtige Adresse zu gelangen. Beamte zeigen sich nicht immer auskunftsfreudig und weisen gerne darauf hin, dass sie keine Informationen weitergeben dürfen. Wer sich nicht abwimmeln lassen will, sollte darauf beharren, dass Ämter in vielen Belangen zur Auskunft verpflichtet sind. Meist ist es jedoch zielführender, gleich an höherer Stelle, beim Vorgesetzten oder auf höherer politischer Ebene anzusetzen. Hartnäckigkeit ist neben Kontaktfähigkeit, hoher Sachkompetenz und guten Umgangsformen gewiss eine wichtige persönliche Voraussetzung für erfolgreiches Recherchieren.
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