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Radiobeitrag machen

Journalismus
Radiotechnik

Radiophone Nabelschau Seite 1 2
Alles wird zum Radiomaterial

Achtung, Achtung, Sie verlassen nun den Bereich journalistischer Regeln und Konventionen und begeben sich in ein Gebiet fernab von ernster Recherche, Distanz und Ausgewogenheit. Es geht im Folgenden um Projektformen und Zugänge, die nah am Alltag der ProduzentInnen ansetzen, die Radio zur Plattform für Selbstdarstellung, für Experimente, kurz für die "radiophone Nabelschau" machen.

Diese Form der "Radiokunst" kann spannende und durchaus hörenswerte Resultate erbringen und ergänzt die journalistischen Darstellungsformen, zu denen sie fast schon ein Kontrastprogramm bietet.

Das beste Radiomaterial ist oft ganz nah
Für viele Themen ist die eigene Gruppe oder die eigene unmittelbare Umgebung die beste Materialquelle. Denn die allseits beliebten Umfragen, aber auch viele Interviews, die mit Fremden geführt werden, bleiben an der Oberfläche und sind daher nur mäßig spannend. Die wirklich aufregende Bearbeitung vieler Themen würde nämlich eine größere Vertrautheit zwischen den GesprächspartnerInnen erfordern.

Dabei eignet sich gerade das Radio besonders gut für Mitteilungen, die einen sehr persönlichen Charakter haben. Denn während der Klang einer Stimme, die "Intimes" erzählt, den HörerInnen Nähe vermittelt, genießt der Sprechende den Schutz der Gesichtslosigkeit. Und Radio knüpft - wie kaum ein anderes Medium - an die mündliche Tradition der nicht-verschriftlichten Überlieferung an. Gerade deshalb ist es auch wichtig, bei erzählenden, erfahrungsbetonten Sendungsformen alle Regeln des "Schön-Sprechens" außer Kraft zu setzen. Hier zählt in erster Linie die Authentizität des Gesagten und da ist es wichtig, dass sich jede so ausdrückt, wie sie es auch sonst auch tut. Aufgabe der Gruppenleiterin ist es, die Erzählungen "in Gang" zu bekommen und andererseits darauf zu achten, dass niemand zu "Beichten" gedrängt wird, die ihr oder ihm nachher peinlich oder unangenehm sind.

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