Spielend Radiomachen - Projekte in der Schule: was brauchen wir
?
Radioprojekte in der Schule oder in der Jugendarbeit verlangen allen
Beteiligten einiges an Engagement ab. Sorgfältige Planung ist
vor allem deshalb wichtig, weil es wirklich schade wäre, wenn
das Vorhaben aufgrund mangelhafter Vorbereitung scheiterte. Einige
der Schwierigkeiten, die bei solchen Projekten auftauchen können,
sind (aus Erfahrung) voraussehbar. In diesem Kapitel werden einige
unbedingt zu berücksichtigende Punkte aufgelistet. Diese sollten
als Planungshilfe betrachtet werden und niemanden davon abhalten,
sich den Schwierigkeiten zu stellen (und etwa erst gar kein Projekt
zu versuchen).
Motivation & Interessen
Ein Radioprojekt hat die besten Erfolgschancen, wenn es an den Interessen
und (Artikulations-) Bedürfnissen der Gruppe ansetzt. Wer mit
erhobenem Zeigefinger an die Sache herangeht und die Produktion
mit einem Feldzug gegen den Dudelfunk zu verbinden sucht, kann leicht
scheitern. Denn Kinder und Jugendliche sind nun mal oft glühende
AnhängerInnen der flotten musikgefüllten Radioformate
und können mit der Sparte anspruchsvolles Wortprogramm nicht
viel anfangen. Ihnen den klassischen Bildungs- und Informationsfunk
mit Gewalt nahe bringen zu wollen, ist wohl kaum möglich und
daher auch wenig sinnvoll. Ein Projekt kann und wird das Interesse
für die Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten im Radio aber
mit ziemlicher Sicherheit ohnehin vergrößern - allerdings
nicht unbedingt bereits nach der ersten Unterrichtsstunde. Ein Projekt
wird dann erfolgreich verlaufen, wenn es gelingt, Anknüpfungspunkte
an den Alltag und die Lebenswelten der beteiligten Kinder und Jugendlichen
zu finden. Und dann geht es darum, die geeignetsten Darstellungs-
und Sendeformen für das zu finden, was sie als aktuell und
relevant empfinden.
Auftragsarbeiten - wie das beliebte Thema - "Unsere Schule/Organisation"
- bergen jede Menge Gefahren. Obwohl hier scheinbar alle betroffen
sind, ist das persönliche Interesse der Einzelnen meist nicht
groß genug, um die Begeisterung für ein tatsächlich
engagiertes Produkt aufzubringen. Persönliches, über das
brave Erfüllen einer gestellten Aufgabe hinausgehendes Engagement
ist aber fast zwingend notwendig für ein gutes Gelingen.
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