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Das Radioprogramm hat im Laufe seiner Geschichte einen stetigen Wandel vollzogen. Nach dem Nationalsozialismus, der den Rundfunk als Propagandainstrument einsetzte, stellte vor allem das Aufkommen des Fernsehens den Hörfunk vor große Herausforderungen. Waren davor noch ganze Familien lauschend um das Radiogerät versammelt, entstand mit dem unaufhaltsamen Einzug des TV-Apparats in die Wohnzimmer ein übermächtiges Konkurrenzmedium. Der Hörfunk musste sich also seiner Stärken, etwa das schnellste Medium überhaupt zu sein, bewusst werden. So wurden in Konkurrenz zum TV auch die ersten Serviceangebote, etwa der Verkehrsfunk, eingerichtet.

In den Folgejahren verlor der Hörfunk seine zentrale Rolle, die er einst bei der Vermittlung gesellschaftlicher Fragen spielte. Radio wurde zunehmend zu einem Konsumartikel. Heute rieseln aus dem Äther vor allem so genannte Begleitprogramme, die die HörerInnen mit leichter, nebenbei konsumierbarer Kost unterhalten und durch den Tag begleiten. Begleitprogramme eignen sich für das "situative Hören", etwa im Büro oder beim Frisör.

Im Gegensatz dazu wenden sich die so genannten Einschaltprogramme an HörerInnen, die bewusst das Radio einschalten, um sich intellektuell anspruchsvolle, meist längere Wort- oder Musiksendungen zu Gemüte zu führen. In den Einschaltprogrammen haben Darstellungsformen wie Feature oder Hörspiel ihre Sendeplätze. Meist von öffentlich-rechtlichen Anstalten angeboten, erzielen die Einschaltprogramme nur geringe Reichweiten, im Durchschnitt zwischen drei und sieben Prozent.

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