In der Berichterstattung über Kunst und Kultur im Radio wird
auf verschiedene Formen der Darstellung zurückgegriffen. Das
reicht vom gebauten Beitrag über das Feature bis zum gesprochenen
Text. Neben beschreibenden, analytischen Berichten gehört zur
Kultur-Berichterstattung vor allem die Rezension bzw. Kritik. Diese
journalistische Gattung nimmt in der kritischen Auseinandersetzung
mit Kunst und Kultur eine Wertung künstlerischer Leistungen
vor.
Vor allem der Literatur wird in den Bildungsprogrammen der öffentlich-rechtlichen
Anstalten viel Platz eingeräumt. Das aktuelle Angebot am Büchermarkt
wird in Form von Buchbesprechungen, Gastkritiken, Diskussionen bei
Buchmessen, Leseproben oder AutorInnengesprächen präsentiert.
Hintergründige Literatur-Features oder Portraits von AutorInnen
ergänzen die Berichterstattung.
Musikalische Events und Konzerte eignen sich besonders, im Radio
besprochen zu werden. In Kritiken können O-Töne von Fans
oder Stars mit der Musik zu einem akustischen Teppich verwoben werden.
Auch Filmkritiken leben von O-Ton-Einblendungen. Das ist einfach,
da es häufig eigene O-Ton-Kassetten gibt, die die Filmfirmen
den Medienleuten zu Verfügung stellen. Wer den Film-O-Ton selbst
mitschneiden möchte, hat üblicherweise bei Presse-Vorpremieren
Gelegenheit, sich an die Kino-Tonanlage zu "hängen".
Schwieriger gestaltet sich die Vermittlung von bildender Kunst
im Radio, denn bei Bildern und Skulpturen gibt es meist nichts,
was mit dem Mikrofon aufgenommen werden könnte. Das Werk muss
in einem Beitrag mit eigenen Worten beschrieben werden, um es den
HörerInnen vor Augen zu führen. Bei so mancher abstrakter
Schöpfung ist das allerdings ein äußerst schwieriges
Unterfangen und ein Interview mit dem Maler oder Bildhauer ist dann
die einzige Rettung.
|