Als Kontrapunkt oder Alternative zum durchhörbaren Sound privatkommerziellen,
Formatradios verstehen sich die freien Radios. Sie sind frei von
Werbung und werden deswegen auch als nichtkommerzielle Radios bezeichnet.
Die ersten freien Radios entstanden in den 1970er-Jahren. Viele
davon waren anfänglich so genannte Piratensender, die ohne
Genehmigung auf Sendung gingen. Denn zu dieser Zeit herrschte in
vielen europäischen Staaten noch das Rundfunkmonopol, das eine
Ausstrahlung von Sendungen ausschließlich dem öffentlich-rechtlichen
Rundfunk erlaubte. Erst mit der Öffnung des Rundfunks und der
Zulassung von Privatradios erhielten auch einige der freien Radios
eine Lizenz zum Senden.
Auch heute gibt es immer wieder neue Initiativen für offene
Kanäle, Bürgerradios und freie Lokal- oder Regionalsradios,
die sich nicht den Gesetzen des Marktes unterordnen wollen. Freie
Radios bieten vor allem auch jungen Menschen eine Möglichkeit,
unkonventionelle Darstellungsformen zu erproben, eigenwillige Sendungen
zu fabrizieren und unbekannte Facetten im Spektrum der Radiowelt
zu beleuchten.
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